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Liebe Kleinlinge !    
Auf den Schwingen der Phantasie begeben wir uns diesmal weit, weit weg. Über den Atlantischen Ozean und Tausende Kilometer landeinwärts geht es in den Wilden Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Dort im Yellowstone, dem ältesten Nationalpark der Welt, finden wir ein in sich abgeschlossenes Paradies der Tiere. Bären, Bisons, Hirsche, Kojoten, Pumas und Wölfe, alle sind vorhanden. Ein gar sonderbares Tier, der mürrische Vielfraß Willy Wolverine, wird uns näheres über den Yellowstone Nationalpark und seine Bewohner berichten.

…also sprach Willy Wolverine…

Um es gleich vorwegzunehmen, liebe Leute, ich bin zwar ein Vielfraß, fresse aber sicher nicht mehr als ihr. Und wenn ich mir die dicken Bäuche vieler Menschen ansehe, gebührt Euch dieser Name wohl weit eher. Zum Mißverständnis rund um meinen Namen kam es, als ihr den Versuch unternahmt, meine stolze Artbezeichnung aus dem Norwegischen zu übersetzen. “Fjellfross” heiße ich in Skandinavien*, was “Felsenkatze” bedeutet. Klingt zwar kühn und gefährlich, aber ich bin auch keine Katze. Schon gar kein “halbblinder Bär”, wie ein schwedischer Forscher einst annahm oder ein “Wölfchen”, wie es die Amerikaner lange glaubten. Frechheit ! Grrrr !!! Laßt mich Euch auf die Sprünge helfen. Verwandt bin ich mit Wiesel, Dachs und Otter…Ja, erraten, ich gehöre zur Familie der Marder. Bin aber nicht irgendein Marder, sondern der stärkste und größte. Und im Winter zählen sogar Elch und Ren zu meiner Beute. Doch da ich sehr scheu und einzelgängerisch bin, könnt Ihr das natürlich nicht wissen. Außerdem, wer von Euch kommt schon in Taiga und Arktis**, um mich zu beobachten ? Es sei Euch nochmal verziehen…

Ich selbst lebe in einem Land, das ihr USA nennt, in Wyoming, um genau zu sein. Mein Vater Gulo, ein hartgesottener Amerikaner, und meine Mutter Carcajou, eine hübsche Kanadierin mit kecker Rückenzeichnung, hatten mich hier geboren. Meine zwei Geschwister starben. Meine Eltern verließen diesen Park, den ihr Yellowstone bezeichnet und waren seither nicht mehr gesehen. Wahrscheinlich stieß ihnen Schlimmes zu. So lebe ich hier ohne Familie und streite mich mit Artgenossen herum. Mein einziger Freund ist ein Bär, Grant Grizzly, der aber den ganzen langen Winter über ruht. Im Sommer jagt er gerne. Und da er ziemlich jung ist, genügt es, wenn ich Zähne fletsche und Haare aufstelle, um ihn eine Teil seiner Beute abzujagen. Grant ist in Ordnung.

Weit schwieriger sind da schon die Wölfe, die in Rudeln umherstreifen. 118 von ihnen leben hier mittlerweile. Diese spitzohrigen Gesellen kosten mich manch leckere Nahrung, ebenso wie ihre kleineren Verwandten, die Kojoten. Glaubt mir, ich kann ihre spitzen Schnauzen und buschigen Ruten schon nicht mehr sehen. Stets sind sie vor mir hinter leckeren Hasen und Hörnchen her. Stichwort Hörnchen. Chip Munk ist so ein quirliger Vertreter dieser Nager. Wie ihr vielleicht wißt, hat dieser Nüssefresser es ja sogar schon zum Filmstar gebracht, denkt nur an Walt Disneys “A-Hörnchen & B-Hörnchen”. In der Tat habe ich – ich gestehe – schon manchen Artgenossen von Chip auf dem Speisezettel gehabt. Er persönlich kam mir allerdings noch nie vor die Krallen. Ist ein schlauer Kerl, ebenso wie Fähe Fran Fox. Diese rotfellige Füchsin rückt meist nur nachts aus ihrem Bau aus, um ihren Hunger zu stillen. Zur Zeit hat sie einen Welpen, den kleinen Franky. Sie wohnen im selben Tunnelsystem wie die Dachse. Eigentlich sind sie dort nur Untermieter, denen stets der Rauswurf droht, denn mein Cousin Billy Badger ist ein harter Hausherr. Seiner Ansicht nach sind selbst die schlechten Höhlen noch zu gut für Füchse. Recht hat er! Wölfe, Kojoten, Füchse…diese Hundefamilie kostet uns ohnehin nur Beute.
Weit lieber sind mir da die Hornträger. Mandy Moose zum Beispiel. Ist eine echt nette Elchdame, die ich belauschte, wie sie ihren Kälbern ihr Leid klagte. Einerseits mag sie die Hundeartigen*** ebensowenig wie ich, andererseits hat auch sie Sorgen um ihren guten Ruf. Mandy ist ein Elch. In Skandinavien erkennt man dies neidlos an.   

 
Elk heißt ihresgleichen dort. Doch der Mensch wäre nicht der Mensch, würde er nicht für Verwirrung sorgen. Hier in Yellowstone ist Mandy ein “moose”, während die Wapitihirsche als “elk” bezeichnet werden. Die Bisons haben da ganz andere Sorgen. Einst streiften 60 Millionen von ihnen durch Nordamerika. Dann kamen schießwütige Menschen von jenseits des Atlantischen Ozeans und 
töteten fast alle. Heute führt der stolze Bulle Buster Buffalo 2.500 Bisons in Yellowstone an. Buster hat mit uns Vielfraßen etwas gemeinsam. Nur zur Paarungszeit gesellt er sich zu den Weibchen. Die restliche Zeit zieht er ein Leben jenseits der Herde vor. 

Ja, ihr seht schon, in Yellowstone finden sehr viele Tiere einen Platz. Manche Arten fressen einander, andere kämpfen untereinander, wieder andere arbeiten zusammen. Doch alles geschieht in einem geregelten Rahmen. Hier ist die Natur im Gleichgewicht. So muß das einst gewesen sein, was Ihr in Eurem heiligen Buch “Paradies” nennt. Laßt Euch vom guten, alten Willy eines sagen: sorgt auch anderswo für Paradiese, laßt der Natur ihren Lauf ! Gebt uns Tieren Lebensraum !

So, nun muß ich aber los. Wäre doch gelacht, wenn ich Chip Munk nicht doch mal zwischen die Pfoten bekommen würde….

Zur Erklärung:

* Skandinavien: die Länder Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland sowie die Insel Island

** Taiga: dichte Nadelwälder im hohen Norden; Arktis: Region rund um den Nordpol

*** Hundeartige (Caniden): Tierfamilie, der Hund, Wolf, Kojote, Schakal, Fuchs u.v.a. angehören

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