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VULPINO UND MELES – Wo Fuchs und Dachs sich gute Nacht sagen

Wir Menschen haben oft unbegründete Angst vor Dingen oder Situationen, die wir nicht kennen. Noch größer sind unsere Vorurteile gegenüber Tieren der Wildnis, deren Leben im Vergleich zum unsrigen so ganz anders verläuft. Wir erzählen üble Geschichten, lauern ihnen auf, stellen Fallen, fangen bzw. töten sie sogar. Die Fabel von VULPINO UND MELES will uns die Wildtiere näher bringen und Einblick in die Gefahren geben, denen sie nicht zuletzt durch uns ständig ausgesetzt sind. Gerade die Vorweihnachtszeit bietet Anlaß zum Nachdenken. Tiere sollten weder als Geschenkartikel herhalten und schon gar nicht als Kleidungsstücke aus Pelz.

Klirrend kalte Winternacht. Der Mond steht hoch am dunklen Gewölbe. Durch den hartgefrorenen Waldboden kämpft sich tapfer ein kleines Geschöpf. Die Augen eng zusammengekniffen, die Rute eingeklemmt, stemmt es sich tapfer gegen den Wind. Immer schwerer fällte es, eines seiner zarten Pfötchen nach dem anderen zu setzen. Der Hunger macht sich rumorend im Magen bemerkbar. Auf einmal ein dunkler Eingang. Die feinen Ohren des Geschöpfes nehmen Atemgeräusche wahr, ein vertrauter und doch fremder Duft steigt in seine Nase. Neugierig schlüpft es in die Höhle. Das Innere ist angenehm warm. Doch plötzlich sieht es den mächtigen Kopf eines kleinen, muskulösen Wesens, das bedrohlich die Zähne bleckt.

„Was willst Du und warum störst Du mich in meiner Winterruhe, kleines Füchslein ?“, klingt es argwöhnisch aus dem Tunnelende hervor.

„Ich bin Vulpino. Wer bist Du ? Es riecht hier ähnlich wie in der Höhle, in der ich geboren wurde. Doch Du siehst so anders aus als meine Mutter.“ gab das Füchslein mühevoll zur Antwort.

„Ich bin ein Dachs, mein kleines Kerlchen. Und ich möchte hier in Ruhe über den Winter kommen, ohne daß Du mich störst. Also verschwinde, bevor ich Dir weh tun muß.“

Da begann der kleine Fuchs klagend zu winseln. „Ach, liebe Frau Dachs, laß mich doch bei Dir bleiben. Ich bin hungrig und alleine. Die Menschen haben meine Mutter in eine Falle gelockt und getötet. Und auch meine Geschwister leben nicht mehr.“

Da wurde Frau Dachs von Mitleid erfaßt: „Du weißt, nach dem Gesetz der Wildnis müßte ich Dich töten. Doch erzähle mir mehr von Deinen Leid, kleiner Vulpino. Und nenne mich ruhig bei meinem Namen, ich heiße Meles.“

Vulpino begann mit seiner traurigen Geschichte: „Es war im Sommer als ich und meine Geschwister geboren worden sind. Wir hatten viel Spaß und Freude, bis mein Schwesterchen eines Tages an etwas starb, das die Menschen für sie hingelegt hatten und das sie Giftköder nennen. Wir fanden sie nur mehr kalt und steif daliegend. Kurz darauf wurde mein Brüderchen von einem stinkenden, schnellen Ungeheuer, einem Auto, überfahren. Ein Mensch mit seltsamem grünen Fell und Federn am Kopf tötete meinen zweiten Bruder mit einem rauchenden Eisenstab. Und Mami stieg ein paar Monde später in ein hartes, glänzenden Ding, aus dem sie nicht mehr rauskam. Ihre Pfoten hatten sich darin verfangen und sie winselte vor Schmerz. Sie sagte mir, daß ich weglaufen sollte, bevor die Menschen kämen, um auch mich zu töten. Als ich das nach langem Zögern befolgte und immer weiter und weiter lief, hörte ich in weiter Ferne einen dumpfen Knall. Und mir war klar, der Mensch im grünen Pelz hatte Mami in die ewigen Jagdgründe befördert, wo sie nun rund um die Uhr Hasen jagt. Doch ich bin nun so alleine…“  

Meles war sehr ergriffen von Vulpinos Schicksal und antwortete: „Du kannst bei mir wohnen, mein Kleiner, bis der Winter vorbei ist. Denn die Menschen töteten auch meine Familie. Mit vielen Hunden wurden meine Kinder gehetzt und hier, vor diesem Bau, gerissen. Nun schickt der große Gott Dich zu meinem Trost. Bleibe bei mir und stimme ein in mein Gebet, daß diese seltsamen Menschen sich ändern mögen und uns nicht mehr als Feinde betrachten. Wir sind doch alle Schwestern und Brüder.”

Versunken im Gebet begannen ihre Lider allmählich schwer zu werden. Vulpino und Meles versanken in einen tiefen Schlaf. Bilder der Harmonie begannen sich vor ihren geschlossenen Augen abzuzeichnen. Fuchs und Dachs träumten den Traum der Unschuldigen und Gerechten. Darin sahen sie allerlei Tiere, die mit sich eins schienen. Bruder Wolf und Gevatter Bär waren von fernen Landen in den Wald zurückgekehrt, Schwester Reh äste auf den Wiesen, Hasen und Wiesel wuselten umher. Es gab keine Fallen und Gewehre mehr, noch Gitter, um die Tiere gefangen zu halten. Der Mensch stellte ihnen nicht mehr nach, sondern hatte gelernt, daß, wenn er ein anderes Lebewesen töte, damit einen Teil von sich selbst zerstöre. Er hatte begriffen, daß alles eins sei, untrennbar verbunden im ewigen Kreislauf der Natur.

Ein großer Freiheitskämpfer hatte einst gesagt: “Seien wir realistisch, wagen wir das Unmögliche.” Darin muß ihm zugestimmt werden. Träumen wir den Traum mit und geben den Tieren ein Stück ihrer Freiheit zurück.

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