Tierrechte
Wildlife
Hundezone
Ökologie / Umwelt
Interviews / Projekte
FOODWATCH
NABU Online-Aktion !
Bananen ins Jagdrecht
Kampagne
campact!
Translate

Nicht alle Löwinnen essen Fleisch

Es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht weiß, wie ein Löwe aussieht, ist diese Großkatzenart doch Symbol von Stärke und Majestät. Löwen schmücken die Wappen von Adelshäusern – und die männlichen Exemplare dieser Spezies wurden aufgrund ihrer imposanten Mähne selbst zum König der Tiere erhoben. Ein Sternkreiszeichen trägt ebenfalls seinen Namen. Und jedes Kind kennt die Geschichte vom kleinen Löwenjungen Simba, der zum „König der Löwen“ wird. Und schon im Altertum wurden Fabeln von Löwen erzählt. Man denke nur an die des Sklaven Androklus, der in der Arena von einem Löwen verschont worden war. Die Großkatze hatte ihn wiedererkannt, denn es war Androklus, der ihr einst einen Dorn aus der Pfote entfernt hatte. Doch was ist wahr an solchen Geschichten? Ist der Löwe nicht als gnadenloser “Fleischfresser” bekannt?

Zwei Beispiele aus unserer Zeit – die wahr und bewiesen sind – zeigen, dass es selbst unter dieser von der Natur zum Beutereißen bestimmten Tierart Ausnahmen gibt, Ausnahmen, die vor Augen führen, dass nicht immer alles wirklich so ist, wie es scheint.

„Little Tyke“, die  Vegetarierin
Das erste Beispiel führt uns in den Nordwesten der Vereinigten Staaten von Amerika, eine Gegend, in der niemand annehmen würde, auf Löwen zu treffen. Dennoch fristete dort eine Löwin – eine unter vielen leidgeplagten – ihr Dasein hinter den eisernen Gitterstäben eines Tierparks. Die Trostlosigkeit und Kälte ihre Umgebung muss das stolze Tier wahnsinnig gemacht haben.  
Innerhalb von 7 Jahren zerbiss die Löwin viermal ihre jeweiligen Jungen und schleuderte die Körper der kleinen Kätzchen gegen die Metallstäbe, wo sie tot liegen blieben. Vielleicht war es auch gar kein Wahnsinn; vielleicht wollte die Löwenmutter ihren Kindern ein ähnliches Sklavendasein vor den tagtäglich gaffenden Augen lärmender Menschen einfach nur ersparen; wer kann schon genau sagen, was im Inneren der Löwen abläuft?

Eines Tages wurde das Ehepaar George und Margaret Westbeau Zeuge eines solchen tragischen Vorfalles. Wieder versuchte die Löwin ihr Junges zu töten. Mit aller Wucht packte sie es mit ihrem starken Kiefer und schleuderte das Kätzchen gegen die Gitterstäbe. Mr. Westbeau fasste sich ein Herz und zog das schwer verletzte Löwenbaby durch die Absperrung, ehe die Löwin es endgültig getötet hätte. Das durch Menschenhand gerettete Tier war ein Löwenmädchen – und da seine rechte Vorderpfote arg hergerichtet war, rief George Westbeau „You poor little tyke“, was übersetzt etwa „Du armes kleines Ding“ bedeutet. Fortan sollte die Löwin „Little Tyke“ heißen.

Den Westbeaus wurde es gestattet, die schwer verletzte Löwin zu behalten; sie nahmen sie mit auf ihre abgelegene Hidden Valley Ranch in der Nähe der Stadt Seattle. Dort kam „Little Tyke“ mit allerhand anderen Tieren in Berührung: Pferde, Rinder, Schafe, Hühner, Hauskatzen, zwei Terrier – ja sogar ein Pfau lebten auf dem Anwesen. Die erste Zeit erhielt das Löwenkind nur warme Milch aus dem Fläschchen. Auf Rat von Zoologen fingen die Westbeaus ab dem dritten Lebensmonat der Löwin an, sie auf feste Nahrung umzustellen. Außer einer Lieblingspuppe nahmen sie „Little Tyke“ jegliches Gummispielzeug weg. Sie sollte lernen, ein richtiger Löwe zu sein und an Knochen statt an Spielgegenständen zu kauen. Aber die Kleine verhielt sich ganz und gar nicht so, wie Mensch es sich von ihr erwartet hatte. Temperamentvoll schob sie die Knochen der frisch geschlachteten Rinder beiseite und weigerte sich, auch nur in deren Nähe zu bleiben. Wider alle Erklärung verschmähte sie auch Fleisch. Viel besser mundete der kleinen Katzenzunge ihr Getreide-Milch-Brei. Ein Raubtier, das Cornflakes isst und sich vor Fleisch ekelt?

Die Fachwelt war ratlos, galt es doch als anerkannte Lehrmeinung, dass Löwen in freier Wildbahn sich nur von Fleisch ernährten und ohne diesem sterben müssten. Doch „Little Tyke“ bildete die Ausnahme von der Regel. Sie lebte quietschvergnügt weiter. Doch Mensch gab nicht so schnell auf. Ab nun sollte die Milch der kleinen Löwin in zunehmenden Maße mit Tropfen von Rinderblut vermengt werden. So sollte die Blutgier des Raubtieres in „Little Tyke“ geweckt werden. Doch falsch gedacht. Die Löwin erkannte den Schwindel sofort und verweigerte Blutmilch. Auch ein weiterer Trick scheiterte, nämlich die Hand, aus der sie gefüttert wurde, mit Hackfleisch zu bestreichen. Fauchend lief die Kleine davon und verkroch sich. Nach neun Monaten war „Little Tyke“ auch sonst aus der Art geschlagen. Nachdem sie ihr Bein ohne Schienen benutzen konnte, rannte sie frisch vergnügt den Farmtieren hinterher. Das, was ihre Beute sein sollte, wurde zu ihrem Freundeskreis. Die Westbeaus fürchteten immer noch gesundheitliche Schäden der vegetarischen Kost ihres Schützlings und gaben in der Zeitung eine Anzeige auf. Wem es gelänge, „Little Tyke“ zur Fleischfresserin zu machen, dem sollten 1.000 Dollars gehören. Vorschläge kamen viele, keiner wirkte.

„Little Tyke“ blieb Vegetarierin. Täglich verschlang sie zwei Handvoll gekochtes Getreide, zwei Liter Milch und zwei Eier. Außerdem beliebte die Dame selten zu speisen, wenn nicht ihre Lieblingsgummipuppe neben dem Futter läge. Zur Stärkung des Zahnfleisches zerkaute sie pro Monat ein Paar Stiefel – ebenfalls aus Gummi. „Little Tyke“ engste Freunde waren die Katzen  „Pinky“ und „Kobold“ und das Rehkitz „Baby“; ihr absoluter Liebling war aber das Lamm „Becky“. Sehr oft lagen sie aneinandergeschmiegt und ließen die Sonne auf sich scheinen. Bilder wie aus dem Garten Eden.

Die ungewöhnliche Löwin wurde sogar zum Fernsehstar. Die Sendung „You asked for it“ zeigte wie „Little Tyke“ mit vier Tage alten Küken liebevoll auf der Hidden Valley Farm zusammenlebte. Die Küken wärmten sich am Pelz der Großkatze, ein Babyvogel kroch sogar unbeschadet in und aus dem Mund der Löwin. Aber das Filmen sollte „Little Tykes“ Ende sein. Während einer Reise zu dreiwöchigen Fernsehaufnahmen nach Los Angeles, wurde die Löwin von einem Virus befallen. Friedlich eingerollt vor einem TV-Gerät (!) verstarb sie – nicht an Fleischmangel, sondern an den Folgen einer Lungenentzündung. Ihr plötzlicher Tod blieb ebenso rätselhaft wie ihr Leben als vegetarisches „Raubtier“.*

„Kamuniak“, die Antilopenmutter

Unser zweites Beispiel führt uns in die Heimat der Löwen, nach Kenia in Ostafrika. Dort, im Samburu Nationalpark, lebt „die Gesegnete“ oder „Kamuniak“ – wie sie in der Landessprache heißt. Auch über diese Löwin gibt es Außergewöhnliches zu berichten. Bereits dreimal hat die Großkatze junge Oryx-Antilopen angenommen. Das erste Antilopenkitz wurde leider von einem männlichen Löwen verspeist. Das zweite – welches ausgerechnet am 14. Februar, St. Valentin – adoptiert worden war, brachten Parkwärter weg, da es zu schwach war und von der Löwin nicht mit Muttermilch versorgt werden konnte.
Doch „Kamuniak“,bewies – aller guten Dinge sind drei – erneut ihr Herz als Adoptivmutter. Wie die kenianische Tageszeitung „The Daily Nation“ berichtete, verteidigte die Löwin die Jungantilope gegen kätzische Artgenossen und lag Stunden in ihrer Nähe.

Nur wenn „Kamuniak“ selbst auf Jagd war, gelang es der leiblichen Mutter, das Kitz zu säugen. Auch hier stehen die Zoologen vor einem Rätsel. Triumphierte hier der Mutter- vor dem Jagdinstinkt?

Nahm die Löwin die Antilopenjungen an, weil sie selbst keinen Nachwuchs bekommen kann? Selbst wenn dem so wäre, warum ausgerechnet junge Beutetiere? Das „Lioness Mystery“, das Geheimnis der Löwin bleibt auch hier ungelöst. 
 

Wie sagte schon der große englische Dichter William Shakespeare:

„Es gibt mehr Dinge im Himmel und auf Erden, als eure Schulweisheit sich träumt.“

Text: Mag. Alexander Willer, www.canis.info

CANIS’ Danke für die Informationen geht an:

-) www.vegetarismus.ch

-) www.nationaudio.com/News/DailyNation/

Kommentieren

Sie müssen angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Die Rückkehr der Wölfe
EARTH HOUR
TWITTER


Facebook
PETITION
Tierversuche
Wer ist Online
0 Besucher online
0 Gäste, 0 Bots, 0 Mitglied(er)
Unterstütz durch Visitor Maps
Atomausstieg
Umfrage

Wie würden Sie Ihren Ernährungsstil bezeichnen?

View Results

Loading ... Loading ...
Umfrage 2

Wie beurteilen Sie das neue Layout der Canis Homepage?

View Results

Loading ... Loading ...