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Vom Heiligen, der Freundschaft mit einem Wolf schloss

Bereits 1924 plädierte der Schriftsteller und Tierfreund Heinrich Zimmermann für die Einführung eines Welttierschutztages. Am 4. Oktober des darauffolgenden Jahres gab es die erste Veranstaltung dieser Art im Berliner Sportpalast. Und am 8. Mai 1931 kam es beim Internationalen Tierschutzkongress in Florenz zur formellen grenzübergreifenden Beschlussfassung für den World Animal Day*.

Doch was hat es mit dem 4. Oktober auf sich, warum gerade an diesem Tag ein symbolisches Fest für die Tiere abhalten? Die Ursprünge gehen weit zurück, bis ins Mittelalter. Um 1181/1182 erblickte in der malerisch schönen italienischen Provinz Umbrien, im Städtchen Assisi, ein gewisser Giovanni Bernardone das Licht der Welt. Sein Vater, ein reicher Tuchhändler, war viel auf Reisen. Oft führten ihn seine Geschäfte nach Frankreich, und so kam es, dass er seinem Sohn den Rufnamen Francesco („kleiner Franzose“) gab. Uns ist er besser bekannt als Hl. Franz von Assisi. Doch Franziskus war nicht immer ein Mann des Glaubens gewesen, schon gar nicht heilig.

Seine Jugendjahre hatten ein hohes Maß an Ausgelassenheit, der reiche Jüngling genoss das dolce vita in vollen Zügen. Erst als er in den Kampf seiner Heimatstadt Assisi gegen das benachbarte Perugia zog, gefangen genommen wurde und schwer erkrankte, wandelte sich sein Lebensstil. All das Elend der Invaliden und Leprakranken weckte sein Mitgefühl. Erst wurde er Asket, dann gründete Franziskus  mit Gleichgesinnten den Orden der Franziskaner. Armut, Spiritualität  und Nächstenliebe waren die zentralen Richtlinien der Anhänger des Giovanni „Francesco“ Bernardone.

Zu Tieren hatte der gläubig gewordene Mann aus Umbrien fortan eine ganz besondere Beziehung. Er glaubte an die Einheit der göttlichen Schöpfung. Jedes Lebewesen hatte seinen Wert, wie minder es auch geachtet ist, seien es aussätzige Menschen oder gequälte und gejagte Tiere. Selbst den Regenwurm sah er gottgewollt und damit schützenswert.
 

Um das Jahr 1220 weilte Franziskus gerade in der Gegend von Gubbio. Die EinwohnerInnen waren wütend über einen Wolf, der herumstreunte und Schafe riss. Viele wollten dem lupo di Gubbio auf den Pelz rücken, doch Franziskus trachtete nach Versöhnung. Er sprach zum Wolf: „Und alle Welt schreit und murrt wider dich und alle Lande hier sind dir feind. Ich aber, Bruder Wolf, ich will Frieden stiften, zwischen dir und diesen. Du sollst ihnen fürderhin nicht mehr schaden, sie aber werden dir all deine früheren Missetaten vergeben und weder die Menschen noch die Hunde sollen dich künftig verfolgen!“ Der Legende nach soll der Wolf zum Zeichen des Einverständnisses den Kopf gedreht und mit der Rute gewedelt haben. Daraufhin schlossen Franziskus und sein wildlebender Schützling einen Pakt: „Bruder Wolf, da du eingewilligt hast, diesen Frieden zu schließen und zu halten, so verspreche ich dir, ich will dafür sorgen, dass dir, solange du lebst, diese Männer deine Kost darreichen, dass du künftig nicht mehr Hunger leidest; denn ich weiß wohl, dass du nur, weil du Hunger littest, alles Böse getan hast.“ Beschrieben ist diese wunderbare Fabel im Kapitel XXI der so genannten „Fioretti“**, einer Heiligengeschichtensammlung über Franziskus, geschrieben zwischen 1327 und 1340.
 

Da war Franz von Assisi schon lange tot, er starb am Vorabend des 4. Oktober 1226***. Nur zwei Jahre später wurde er von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Im katholischen Raum gilt er als Schutzpatron der Tiere. Deshalb ist der Welttierschutztag ihm und seiner Idee zur Erinnerung auf den 4. Oktober gelegt. Der von Franziskus vorgelebte Pakt zwischen Mensch und Tier, diese Achtung vor andersartigem Leben, dieses Verständnis für die Bedürfnisse des scheinbar Geringen, gilt es alljährlich zu erneuern!

* siehe: http://www.worldanimalday.org.uk/index.asp

** Insgesamt beinhalten diese „Kleinen Blumen“ 53 Geschichten. Als Autor gilt Ugolino von Montegiorgio. Zwischen 1370 und 1390 wurden sie in die italienische Volkssprache übersetzt.

*** Franziskus starb zwar am Abend des 3. Oktober. In der damaligen Zeit war es aber üblich, die Zeit nach Sonnenuntergang bereits zum nächsten Tag zu zählen.

Text: www.canis.info , 11.09.05

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