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Kopi Luwak – Der Kaffee, der aus der Schleichkatze kommt.

In Indonesien, genauer gesagt auf den Inseln Java, Sumatra und in Sulawesi lebt der Luwak. Das Tier mit dem wissenschaftlichen Namen Paradoxurus hermaphroditus gehört zur Familie der Viverridae, also zu den Schleichkatzen. Wahrlich eine paradox Benennung, denn der Luwak ist mit den Katzenartigen nicht verwandt, sondern mit den Mangusten Spaniens oder den als Schlangenjägern bekannten Mungos Indiens.
Überwiegend ernährt sich der Luwak frugivor, das heißt von Beeren und Früchten, mit Vorliebe von jenen von Ficus oder Kaffee. Dabei ist die Schleichkatze sehr wählerisch, nur reife Früchte munden ihr. Zum Leidwesen von Nagern, Vögeln und Insekten ernährt sich der Luwak nicht rein vegetarisch; genannte Tiere runden seinen Speiseplan ab. 

Der Luwak lebt solitär, sprich als Einzelgänger, was vielleicht mit zu seinem Beinamen hermaphroditus („Zwitter“) beigetragen hat. Offensichtlich nahmen frühe europäische Zoologen an, die Schleichkatze pflanze sich eigengeschlechtlich fort. Natürlich ist dies unrichtig, weibliche und männliche Luwaks treffen sich sehr wohl zur Paarung. Der Nachwuchs wird in Baumhöhlen oder Felsvorsprüngen geboren. Der Luwak ist ein Baumbewohner und zudem nachaktiv. Mit einem Wort bekommen Menschen den Luwak kaum zu Gesicht. Dennoch verfolgen sie ihn vielerorts, da er gerne in den Plantagen und Obstgärten schmausen geht.

Alles in allem scheint der Luwak ein für menschliche Vorstellungen eigenartiges Tier zu sein.
 
Das Eigenartigste machen allerdings die Menschen selbst: Sie sammeln jene Kaffeebohnen ein, welche der Luwak zuvor ausgeschieden hat. Richtig gelesen! Die Schleichkatze ist nicht in der Lage die Bohnen zu verdauen, durch Magensäure und Enzyme werden diese aber auf einzigartige Weise fermentiert, was dem späteren Kaffee einen unverwechselbaren „erdigen“ Geschmack verleiht Angeblich werden nur 250 Kilogramm pro Jahr verkauft.
Das macht den Kopi Luwak, den Luwak-Kaffee, zu einer exquisiten Rarität sondergleichen. Ein Viertelpfund kommt zurzeit auf gut und gerne 75 US-Dollars (125 g = 70 Euro). Damit übersteigt die vorverdaute Kaffeebohne aus Indonesien sogar die weltweit Nobelsorten Jamaica Blue Mountain, Kona oder Tanzanian Peaberry an Kostspieligkeit.

Glücklicherweise wurde noch kein Weg gefunden, um den Luwak im großen Stil auf Plantagen zu halten. Ein Schicksal, das den verwandten Zibetkatzen in China und Südostasien nicht erspart blieb. Dort werden die freiheitsliebenden Tiere zu Tausenden in enge Käfige gepfercht und auf Märkten zum Verzehr feilgeboten. Aufgrund der Annahme, Zibetkatzen seien Überträger der Lungenkrankheit SARS, wurden sie in großer Stückzahl „vorsorglich“ vernichtet.

Text: lostlobo , 07.03.04

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