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24. April: Tag zur Abschaffung der Tierversuche Zahl der Tierversuche steigt stark an

In Deutschland wurden 2010 knapp eine Millionen Tierversuche mehr durchgeführt als noch zehn Jahre zuvor. Und das, obgleich es zunehmend Methoden gibt, die Versuche an Tieren ersetzen können. Worauf ist der Anstieg also zurückzuführen, und können Versuche in Petrischalen eine Lösung sein?

Im Jahr 2010 wurden an 2.856.316 Mäusen, Ratten, Kaninchen, Affen, Schweinen, Fischen, Vögeln und anderen Wirbeltieren in Deutschland Experimente durchgeführt. Das sind rund eine Millionen Tiere mehr als noch zehn Jahre zuvor. Die Zahl der Tierversuche steigt beständig an, obwohl die Forschung immer neue Alternativen zu Tierversuchen entwickelt, die im Laboralltag auch angewendet werden.

Ätzende Chemikalien in Tieraugen sind Vergangenheit

Um zu prüfen, ob und wie stark ein Stoff die Haut reizt oder gar ätzend ist, war früher der Kaninchentest üblich: Den Tieren wurde das Fell abrasiert, die Chemikalie auf die Haut aufgetragen und dann regelmäßig geprüft, wie sehr die Chemikalie die Haut der Kaninchen angreift. So etwas können die Forscher heute auch mit speziell gezüchteter menschlicher Haut testen. Ein weiteres Beispiel für veraltete Versuchsformen ist der berüchtigte Test am Kaninchenauge: Hierbei wurde der Tränensack des Tiers nach vorne gezogen, die Testchemikalie hinein geträufelt und abgewartet. Bei ätzenden Stoffen sind die Tiere nach kürzester Zeit erblindet. Diese Tests werden heute häufig durch andere Versuche ersetzt, etwa mit der Hornhaut von Rinderaugen aus dem Schlachthof. Die Wasserqualität von Abwässern aus der Industrie lässt sich anstatt mit ausgewachsenen Fischen auch mit Fischeiern untersuchen.

Zahl der Tests mit genetisch veränderten Tieren explodiert

Auch Zellkulturexperimente und Versuche an dreidimensionalen Gewebekulturen können Tierversuche ersetzen. Zudem sind Tierversuche zur Entwicklung von Waffen und Munition, von Tabakwaren, Waschmittel und Kosmetika sind in Deutschland seit einigen Jahren verboten, was sich ebenso auf die Häufigkeit der Tests auswirkt. Dass die Zahl der Tierversuche dennoch ständig steigt, liegt vor allem daran, dass immer mehr Tests mit gentechnisch veränderten Tieren durchgeführt werden. So war 2010 etwa jedes vierte Versuchstier gentechnisch verändert. Besonders häufig forschen die Wissenschaftler dabei an transgenen Mäusen. Das sind Tiere, in deren Erbgut einzelne Gene teilweise oder ganz ausgeschaltet bzw. fremde Gene eingeschleust werden.

Welchen Nutzen bringen uns diese Experimente?

An welchen Tieren wurde 2010 unter anderem getestet?
Mäuse, Ratten: 2.405.657
Kaninchen: 89.960
Hamster: 5.908
Katzen, Hunde: 3.809
Affen: 2.789
Reptilien: 462
Insgesamt: 2.856.316
Alle Zahlen der letzten 10 Jahre finden Sie hier [Link]

Die Forscher züchten Tiere mit Erbkrankheiten, die auch beim Menschen entstehen können oder mit Krankheitssymptomen, die denen menschlicher Krankheiten ähneln. So wollen sie die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten wie Multiple Sklerose, Diabetes, Parkinson, Krebs oder Alzheimer studieren und nach Therapieansätzen suchen. Genau auf diesem Gebiet der Grundlagenforschung ist die Zahl der Versuche in den vergangenen Jahren geradezu explodiert. Doch inwieweit sind diese Versuche auf den Menschen übertragbar? Eine Maus mit einem einzelnen menschlichen Gen im Erbgut ist noch lange kein Mensch. Und ein Mensch ist keine 70 Kilo-Maus. Darüber sind sich auch die Wissenschaftler im Klaren und suchen nach Alternativen.

Alternativen zu Tierversuchen sind in Sicht

Große Hoffnungen setzen einige Wissenschaftler deswegen auf “Diseases in a Dish”: Sie wollen Krankheiten mithilfe von krankem menschlichem Gewebe in der Petrischale erforschen. Das könnte die Zahl der Tierversuche etwas verringern.

Ein positive Entwicklung lässt sich derzeit bei der Testung von Altchemikalien beobachten. Hier werden zurzeit weniger Tierversuche durchgeführt, als von Tierschützern ursprünglich vermutet. Die europäische Chemikalien-Verordnung sieht vor, dass Chemikalien, die bereits lange auf dem Markt sind, aber nie systematisch getestet wurden, nachträglich geprüft werden müssen. Es wurde daher befürchtet, dass die Zahl der Tierversuche dadurch bis zum einem Viertel ansteigt – die Unternehmen scheinen die Kosten für die Experimente jedoch zu scheuen. Eine gute Nachricht für alle Versuchstiere.

Stefanie Peyk; Onlinefassung: Stephan Braig

Quelle: Odysso http://www.swr.de/nachrichten/-/id=396/nid=396/did=9624178/192vcg4/index.html

© 2012, Hanjo. All rights reserved.

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