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Jagdrennen Grand National

Tod zweier Rennpferde empört Tierschützer

Hindernisrennen Grand National: Tragödie um zwei Rennpferde

Fotos
AP

Beim englischen Galopp-Jagdrennen Grand National sind erneut zwei Pferde verendet. Sie stürzten an einem Hindernis, das als “Pferdefriedhof” bekannt ist. Insgesamt starben bei dem Rennen in den vergangenen Jahren 35 Tiere. Kritiker schlagen Alarm, doch die Organisatoren wollen nichts ändern.

Hamburg – Das berühmte wie umstrittene Galopp-Jagdrennen Grand National in Aintree bei Liverpool ist erneut vom Tod zweier Pferde überschattet worden. Synchronised und According to Pete mussten nach Stürzen eingeschläfert werden. Seit dem Jahr 2000 sind somit nach Angaben von Tierschützern schon 35 Pferde beim Frühjahrs-Rennen in Aintree ums Leben gekommen. Am Samstag erreichten nur 15 der 40 gestarteten Pferde das Ziel.

Nach den tragischen Vorfällen laufen Tierschützer in England Sturm und forderten eine Überprüfung der Rennbedingungen. “Der Tod von zwei Pferden im Grand National ist absolut inakzeptabel”, sagte Gavin Grant, Vorsitzender des Tierschutzbundes RSPCA, der BBC. Man müsse das derzeitige Format mit den schwierigen Sprüngen dringend überprüfen. Andere Tierschutzorganisationen bezeichneten das Rennen als “die schlimmste Form der Massenunterhaltung”.David Muir, Pferdeexperte der RSPCA, sagte: “Wir müssen uns die Zahl der Teilnehmer anschauen, die Zahl der Hindernisse, die Länge des Rennens und die Art und den Aufbau der Hindernisse.” Die Organisatoren halten dagegen. “Sicherheit hat bei uns höchste Priorität”, sagte Renn-Organisator Julian Thick. “Wir sind unglaublich traurig über den Verlust der beiden Pferde”, betonte er. Die Worte mögen in den Ohren der Tierschützer angesichts der Zahl der verunglückten Pferde wie blanker Hohn klingen.

Pferdefriedhof “Becher’s Brook”

Bei dem Rennen über 7,2 Kilometer müssen Pferde und Reiter 28 Sprünge absolvieren, darunter den berüchtigten “Becher’s Brook”. Dort liegt der Aufsprung tiefer als der Absprung, was die Tiere aber erst sehen können, wenn sie bereits abgehoben haben. Dementsprechend groß ist das Verletzungsrisiko an dieser Stelle des Rennens. Die beiden am Samstag gestorbenen Pferde hatten sich an genau diesem Hindernis Beinbrüche zugezogen. Wegen der Schwere ihrer Verletzungen mussten sie eingeschläfert werden.

Auch im vergangenen Jahr war an besagtem Hindernis ein Pferd gestorben. Dooneys Gate brach sich das Rückgrat am “Becher’s Brook”. Ebenfalls 2011, allerdings an einem anderen Hindernis, starb der zehnjährige Wallach Ornais. In der ersten Runde war das Pferd am vierten Sprung gescheitert und hatte sich das Genick gebrochen. Sein mit grünen Planen bedeckter Körper lag in der zweiten Runde noch auf der Bahn, so dass der Rest des Feldes um das Hindernis herumgelenkt werden musste.

Mit Gold-Cup-Sieger Synchronised hat “Becher’s Brook” nun wohl eines der berühmtesten Opfer des Jagdrennens gefordert. Der neunjährige Wallach war als einer der Mitfavoriten an den Start gegangen. 1979 war mit Alverton an gleicher Stelle schon einmal ein Favorit und Gold-Cup-Sieger gestorben. Geritten wurde das Pferd damals von Jonjo O’Neill. Dem Trainer von Synchronised.

mib/sid

http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,827654,00.html

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