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33-jähriger Jäger aus Landkreis Bad Kreuznach erschießt versehentlich Pferd

04.07.2011 12:57 Uhr – GULDENTAL

Ein 33-jährige Jäger aus dem Landkreis Bad Kreuznach hat in der Nacht von Sonntag auf Montag aus Versehen ein Pferd erschossen. Das teilte die Polizei am Montag mit. Er war in der Gemarkung von Guldental gerade auf dem Weg vom Ansitz zu seinem Wagen, als er in der Nähe ein Schnauben hörte. Da er sich sicher war, dass es sich nur um ein Wildschwein handeln konnte, schoss er auf das Tier und verletzte es tödlich.

Bei der Nachschau musste er dann allerdings feststellen, dass er ein Pferd erschossen hatte, das mit anderen dort auf der Weide gestanden hatte. Der Schütze verständigte umgehend den Pferdehalter. Dieser wiederum informierte die Polizei in Bad Kreuznach. Das Umweltkommissariat der Kriminalpolizei Bad Kreuznach hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: http://www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-langenlonsheim/guldental/10917846.htm

04.07.2011 – GULDENTAL

Von Daniela Elsässer

Montag, 0.30 Uhr. Bei Dieter Fuhrmann und seiner Familie ertönt mitten in der Nacht die Türklingel – und die Jäger vor der Tür haben eine erschreckende Botschaft: „Sie haben mir berichtet, dass sie eines unserer Pferde erschossen haben“, berichtet der Guldentaler am nächsten Morgen. Insgesamt hat die Familie sechs Pferde auf einer Koppel in Richtung des Langenlonsheimer Waldes stehen. Das Pferd der elfjährigen Tochter ist nun tot. „Wir haben natürlich versucht, ihr das schonend beizubringen, aber das geht nicht. Wie will man so was ersetzen“, fragt sich Dieter Fuhrmann. Noch in der Nacht hat er gemeinsam mit seiner Familie die anderen Pferde in den Winterunterstand gebracht. „Die waren ja auch völlig verstört und müssen jetzt einmal zur Ruhe kommen“, erklärt der Guldentaler, der seit über zehn Jahren eigene Pferde besitzt. Das Verhalten der Jäger ist für ihn „unverantwortlich“. Deshalb hat er auch gleich die Polizei gerufen und Strafanzeige erstattet.

Der 33-jährige Jäger sei gerade auf dem Weg vom Ansitz zu seinem Wagen gewesen, als er in der Nähe ein Schnauben hörte, schildert die Polizei in einer Pressemitteilung den Vorfall. „Da er sich sicher war, dass es sich nur um ein Wildschwein handeln konnte, schoss er auf das Tier und verletzte es tödlich“, erklärt Kriminaldirektor Stephano Borrero Wolff, Leiter Kriminalinspektion Bad Kreuznach. Bei der Nachschau habe er dann allerdings feststellen müssen, dass er ein Pferd erschossen hatte. Der 33-Jährige habe daraufhin umgehend den Pferdehalter verständigt. Der hat jetzt erst einmal ein mulmiges Gefühl, macht sich Gedanken um die Sicherheit seiner Pferde und noch mehr: „Ein Mensch mit einer Waffe hat immer eine Verantwortung. Das hätte auch ein Mensch sein können und das geht einfach nicht.“

Disziplinarausschuss

Auch Klaus Nieding, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, – der an dem Vorfall selbst nicht beteiligt war – steht die Sicherheit bei der Jagd an erster Stelle. „Darauf wird peinlich genau geachtet, auch im eigenen Interesse. Sicherheit spielt auch in der Ausbildung eine sehr wichtige Rolle, auf den richtigen Umgang mit Schusswaffen wird höchsten Wert gelegt“, erklärt er. Die Jäger lernen Grundregeln, an die sie sich bei der Jagd halten: Vor dem Schuss müsse der Jäger das Ziel erkannt und angesprochen haben, das heißt etwa das Alter und das Geschlecht des Tieres bestimmt haben. Dies sei vor allem in der Dunkelheit besonders wichtig. Zudem müsse sichergestellt werden, dass das Schussfeld vor und hinter dem Tier frei sei und der Kugelfang gegeben ist. „Das heißt, hinter dem Tier darf sich nur noch gewachsener Boden befinden, da der Wildkörper selbst kein Kugelfang ist. Deshalb wird auch im Spitzen Winkel vom Hochsitz geschossen.“ Auch Nieding bedauert den tragischen Unglücksfall, erklärt aber: „Das war seit 25 Jahren der erste Fall im Landkreis, damals wurde eine Kuh auf der Weide erschossen und das bei 170 Revieren im Kreis mit mindestens einem Ansitz pro Tag.“

Jetzt, nach dem Unglück, greife innerhalb der Jägerschaft nun der Selbstregulationsmechanismus, sagt Klaus Nieding. „Wir gehen der Sache selbst nach, es wird sicher einen Disziplinarausschuss geben.“ Zudem hat das Umweltkommissariat der Kriminalpolizei Bad Kreuznach jetzt die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

© 2011, Hanjo. All rights reserved.

  • Hanjo:

    „Cheyenne war unbezahlbar“

    13.01.2012 – GULDENTAL

    Von Björn Gutheil

    JAGDUNFALL I Verfahren um getötetes Pferd ist vorerst eingestellt / Besitzer-Familie legt Beschwerde ein

    Das Ermittlungsverfahren gegen einen 33-jährigen Jäger, der im Juli vergangenen Jahres aus Versehen ein Pferd erschossen hat, ist eingestellt worden. Wie Michael Brandt, leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Bad Kreuznach auf Anfrage mitteilte, ergaben die Ermittlungen, dass kein vorsätzliches Verhalten bei dem Jäger festzustellen war. Dies sei jedoch die Voraussetzung für das Vorliegen einer Straftat. Darüber hinaus sei auch kein „bedingter Vorsatz“ festzustellen. Dieser wäre etwa gegeben, wenn das Pferd hinter einem Wildschwein gestanden hätte, und der Jäger beim Schuss auf das Wildschwein eine mögliche Verletzung des Pferdes in Kauf genommen hätte, informiert Brandt.

    Tochter gemeinsam mit Pferd aufgewachsen

    Dennoch wurde eine gewisse Fahrlässigkeit des Jägers festgestellt. „Dies ist zwar nicht strafbar, machte es jedoch erforderlich, dass die Akten an die Kreisverwaltung Bad Kreuznach zur Prüfung einer möglichen Ordnungswidrigkeit übergeben wurden“, informiert Brandt. Wie er weiter mitteilt, wurde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft, die Ermittlungen einzustellen, jüngst Beschwerde eingelegt, so dass die Akten jetzt wieder bei der Staatsanwaltschaft liegen. „Momentan wird geprüft, ob die Beschwerde erheblich erscheint. Ist dem so, werden die Ermittlungen wieder aufgenommen“, schildert Brandt. Bislang sei allerdings noch keine ausführliche Begründung zur Beschwerde abgegeben worden.

    Familie Fuhrmann, die die Beschwerde eingelegt hat, ist indes noch immer traurig und empört über den Vorfall: „Für unsere elfjährige Tochter war ihr Pferd Cheyenne unbezahlbar. Sie ist gemeinsam mit ihr aufgewachsen und sogar mit Windeln auf ihr geritten,“ schildern Andrea und Dieter Fuhrmann. Ihre Tochter sei sogar alleine mit dem Pferd ausgeritten, was aufgrund der Verlässlichkeit des Pferdes kein Problem war. Die Pferdekenner wissen: „Dies funktioniert nur mit Vertrauen, welches man jahrelang zu dem Tier aufgebaut hat.“ Trotz eines neuen Pferds leide ihre Tochter noch immer sehr unter dem Verlust von „Cheyenne“. „Unser Kind hat sich seit dem Unfall schwer verändert“, sagen die Eltern.

    Der Jäger, der das Pferd erschoss, war gerade auf dem Weg vom Ansitz zu seinem Wagen, als er in der Nähe ein Schnauben hörte. Da er davon ausging, dass es sich um ein Wildschwein handelte, schoss er auf das Tier und verletzte es tödlich. Bei der Nachschau stellte er dann allerdings fest, dass er ein Pferd erschossen hatte. Er verständigte umgehend den Pferdehalter. Dieser wiederum informierte die Polizei in Bad Kreuznach.

    Unglaubwürdige Version des Jägers

    Für Familie Fuhrmann ist die Version des Jägers unglaubwürdig: „Es konnten keine Wildschweine auf der Pferdekoppel gewesen sein. Alle Bänder waren intakt. Wildschweine hätten diese zerrissen. Außerdem wären die Pferde auf jeden Fall durchgegangen, sobald Wildschweine auf der Koppel gewesen wären“, sind sich beide sicher. „Mit der Einstellung der Ermittlungen haben wir das Gefühl, dass versucht wird, die Sache unter den Teppich zu kehren“, sagen sie.

    Das Ziel von Familie Fuhrmann ist klar: „Wir erwarten, dass dem Jäger der Jagd- und Waffenschein entzogen wird.“ Die sechs Pferde der Familie befinden sich derzeit auf der Winterkoppel. Im Sommer werden einige der Pferde wieder auf die Sommerkoppel geführt werden, auf der „Cheyenne“ erschossen wurde, „wenn auch mit Bauchschmerzen“, wie Dieter Fuhrmann betont. Das neue Pferd der Tochter wird jedoch nicht darunter sein: „Dann könnte unsere Tochter nicht mehr ruhig schlafen“, sind sich die Eltern sicher. . Interview, Gespräch
    http://www.allgemeine-zeitung.de/region/bad-kreuznach-bad-sobernheim-kirn/vg-langenlonsheim/guldental/11560424.htm

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