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Gießen (fd). »Wer sich heute Morgen die Zähne geputzt hat, kam bereits mit Nanotechnologie in Kontakt«, erklärte Prof. Herbert Weber von der Berliner Beuth-Hochschule für Technik im Rahmen der »Nano Surface 2011« an der Justus-Liebig-Universität.

Im Fokus des Symposiums mit insgesamt fünf Referaten stand in diesem Jahr die Verwendung von Nanomaterialien in Lebensmitteln und in der Verpackungstechnik. Das Fazit: Nanotechnologie – also die Verwendung von Teilchen, die nur den zehnmillionsten Teil eines Meters messen – klingt nach Zukunft, gehört aber schon lange zum Alltag. Sie bietet Chancen, birgt aber auch Risiken.

Veranstalter waren die Arbeitsgemeinschaft Materialwissenschaften des Physikalischen Instituts der JLU, die Innovationsberatung der heimischen Industrie- und Handelskammer sowie das Technologie-Transfer-Netzwerk,

Solarzellen arbeiten effektiver, der Ketchup kommt leichter aus der Flasche, und Sonnencreme reflektiert dank Nanotechnologie die Sonnenstrahlung besser. »Das Anwendungsspektrum ist enorm. Allein in Deutschland arbeiten mehr als 900 Betriebe in der Entwicklung von Nanotechnologie. Mehr als 60 000 Arbeitsplätze sind dadurch entstanden«, so Weber.

Und auch im Lebensmittelbereich berge der Einsatz von Nanopartikeln großes Potenzial: »Light-Produkte, also solche mit reduziertem Fettanteil, schmecken komisch. Das muss aber nicht sein«, erklärte der Referent. Mit Hilfe von Nanotechnologie könne der gewohnte Geschmack und das gewohnte Mundgefühl auch bei geringerem Fettanteil erreicht werden. Der Trick: Wirkstoffe in Nanogröße sind chemisch und biologisch oft deutlich reaktionsfreudiger als größere Partikel desselben Stoffs. Das liegt unter anderem daran, dass sie bei gleichem Volumen eine weit größere Oberfläche haben. Durch neue Emulgiertechniken und besondere Anlagen können inzwischen etwa auch winzige Fetttröpfchen erzeugt werden, die dann auf der Zunge zu stärkeren Reaktionen führen als die bisher verwendeten Fetttröpfchen. Dadurch könnte bei Light-Produkten mit reduziertem Fettgehalt ein angenehmerer Geschmack erzeugt werden.

Während viele Verbraucher die generelle Entwicklung der Technologie überwiegend positiv betrachten, lehnen nach einer Studie im Auftrag des Bundesinstituts für Risikobewertung rund 84 Prozent die Verwendung von Nanopartikeln in Lebensmitteln ab. »Dabei gibt es auch hier ganz harmlose Bereiche«, so Weber. So sprach der Referent etwa Möglichkeiten, den Körper mit bestimmten Getränken, die mit Nanopartikeln angereichert wurden, effektiver mit Vitaminen zu versorgen. »Nanotechnologie gibt es schon immer. Unser Stoffwechsel arbeitet auf dieser Ebene«, erklärte Weber.

Dennoch gebe es auch Grenzen: »Ich halte zum Beispiel nichts von Nano-Silber«, verriet der Wissenschaftler. Diese Partikel sollen besonders gut gegen Keime schützen: Es gibt Socken mit Nano-Silber gegen stinkende Füße, Computertastaturen sollen dank der Teilchen keimfrei bleiben. Auch in Tapete, Putzlappen, Frischhaltefolie, Kosmetika oder Weichspüler findet man Nano-Silber. Und sogar im direkten Kontakt mit Lebensmitteln, etwa in Wurstpelle, sind die umstrittenen Nanopartikel enthalten. In Laborexperimenten wurde jüngst festgestellt, dass Nano-Silber Fischembryonen verkrüppeln lässt und Wasserflöhe an der Fortpflanzung hindert. Ratten, welche die Teilchen einatmeten, reicherten es in Leber, Nieren und Lunge an.

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung sei bisher jedoch kein Fall bekannt, in dem nachweislich Gesundheitsschäden durch Nanopartikel ausgelöst wurden. Zudem müsse jeder Hersteller die Sicherheit der Produkte garantieren. »Die Basis für den Erfolg von Nanotechnologie im Lebensmittelbereich ist eine breite gesellschaftliche Akzeptanz. Dafür müssen die Konsumenten umfassend über Chancen und auch über Risiken informiert werden«, forderte Weber.

Quelle

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