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Danone profitiert von Lebensmittelskandalen

Dioxinskandal, Gammelfleisch, misshandeltes Schlachtvieh – Danone ficht die Kritik an der Massentierhaltung nicht an. Im Gegenteil: Der französische Joghurt- und Mineralwasser-Konzern gewinnt durch den Streit um die Qualität der Lebensmittel.

Franck Riboud gilt als Fitnessfanatiker. Der Chef des französischen Nahrungsmittelkonzerns Danone ist Windsurf-Lehrer, sein Golf-Handicap von sechs lässt die meisten Amateurspieler erblassen.

Der schlanke, meist leger auftretende Franzose ist auch ein Sportsfreund. Mit Michel Platini, dem früheren französischen Fußballstar und heutigen Präsidenten des europäischen Fußballverbandes Uefa, geht er schon mal gern ins Stadion.

Und der grauhaarige 55-Jährige mit der randlosen Brille spielt den Gesundheitsapostel. Er engagierte Frankreichs Fußball-Legende Zinedine Zidane als Paten für den Danone Nations Cup, ein Fußballturnier, an dem im vergangenen Jahr über drei Millionen zehn- bis zwölfjährige Kicker in 40 Ländern teilnahmen – Massenleibesübungen by Danone für eine von Übergewicht bedrohte Generation.

Dioxinskandal, Gammelfleisch, misshandeltes Schlachtvieh – Riboud ficht die derzeit wieder wachsende Kritik an Massentierhaltung und industrieller Landwirtschaft nicht an. Im Gegenteil: Hält die Diskussion über die Qualität von Lebensmitteln weiter an, kann der Franzose sogar hoffen, davon kräftig zu profitieren.

Nicht nur, dass Danone als Markenartikler den Schwenk der Verbraucher von Billig- und No-Name-Artikeln zu Waren mit Renommee positiv zu spüren bekäme. Der Pariser Konzern forciert zugleich die Produktion von Lebensmitteln, die – tatsächlich oder angeblich – die Gesundheit fördern: Danacol gegen einen erhöhten Cholesterinwert, Activia gegen Darmträgheit oder Actimel gegen ein geschwächtes Immunsystem.

Dass die meisten solcher Produkte ihre segensreiche Wirkung erst noch beweisen müssen, ist die größte Herausforderung für Riboud. Der studierte Maschinenbauer trimmt Europas drittgrößten Lebensmittelhersteller mit seinen weltweit 80.000 Mitarbeitern fast wie besessen auf Schlankheit, Fitness und Gesundheit. Seit er 1996 die Nachfolge seines in Frankreich legendären Vaters Antoine übernahm, krempelte er den vor knapp vier Dekaden im Zuge der Fusion des Glasherstellers BSN mit dem Milchproduktehersteller Gervais Danone zusammengeschusterten Gemischtwarenladen völlig um.

Heute steht Danone als derjenige Hersteller da, der wie kaum ein anderer auf gesunde Lebensmittel baut. Verschwunden aus dem Sortiment sind alle Produkte, die auch nur den Schein des Ungesunden bergen: Bier (Kronenbourg), Senf (Maille), Kekse (Lu). An ihre Stelle getreten ist zum Beispiel Numico, ein niederländischer Spezialist für Babynahrung und klinische Kost, den Riboud für zwölf Milliarden Euro schluckte und der in Deutschland für die Säuglingsnahrung Milupa steht. Die zehnjährige Umbauphase sei beendet, alles sei verkauft, was nicht zur Gesundheit beitrage, zieht Riboud Bilanz. Größere Zukäufe seien nicht mehr geplant.

Umso mehr muss Riboud jetzt aber dafür sorgen, dass ihm die blendenden Geschäftsaussichten nicht unerwartet abhanden kommen. Zwar stiegen im vergangenen Jahr trotz Krise der Umsatz um fast sieben Prozent auf 17 Milliarden Euro und der operative Gewinn um sieben Prozent auf 2,6 Milliarden Euro.

Ausgerechnet im margenstarken Kerngeschäft, dem Geschäft mit Milchprodukten, droht Ungemach. Hier prallen die 500 Forscher mit ihren kostspielig entwickelten Innovationen auf Widerstand – nicht von den Verbrauchern, sondern von deren staatlich bestallten Beschützern. Allen voran die 2006 gegründete EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit, die European Food Safety Authority (Efsa) mit Sitz im italienischen Parma, stößt sich an den Gesundheitsbotschaften, den sogenannten Health Claims.

Das Problem: Nur wenn Gesundheitsversprechen wissenschaftlich belegt und von der Efsa anerkannt werden, dürfen Hersteller damit werben. Vorsichtshalber zog Danone die Anträge für Actimel und Activia zurück, obwohl deren angebliche Stärkung des Immunsystems oder die Förderung des Darmwohlbefindens laut Danone in Dutzenden von Studien belegt sei. In Kürze sollen die Anträge erneut gestellt werden. Eine endgültige Ablehnung wäre ein Desaster für den forschungs- und werbefreudigen Konzern.

Quelle

© 2011, Sabine. All rights reserved.

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