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Die Umweltschutzorganisation Robin Wood empfiehlt allen Käufern, bei Aldi Nord gekaufte Tropenholz-Gartenmöbel zurückzugeben. Es sei nicht auszuschließen, dass das Holz dafür aus Regenwaldzerstörung stamme. Aldi weigere sich, Informationen über die Herkunft des Holzes zu geben. Die Umweltschützer kritisierten neben der Informationspolitik des Aldi-Konzerns auch die Gesetzeslage in Deutschland, die die Einfuhr illegal geschlagenen Holzes ermögliche und Kunden über dessen Herkunft in Unklaren lasse.

Aldi ignoriere seit über einer Woche Protestaktionen von Robin Wood und halte die wichtige Verbraucherinformation, wie und wo das Meranti-Holz für die verkauften Gartenmöbel geschlagen wurde, gezielt zurück, kritisieren die Umweltschützer. Robin Wood-AktivistInnen hatten mit dem Transparent “Das Aldi-Prinzip: Profit ganz oben. Regenwald platt!” vor Berliner Aldi-Filialen demonstriert. Weitere Protestaktionen gab es unter anderem in Göttingen und Dresden. Die UmweltschützerInnen wollen erreichen, dass Aldi auf nicht belegte Öko-Versprechen wie dasjenige, das Holz sei “aus staatlich kontrollierter Forstwirtschaft” verzichtet und künftig Tropenholzprodukte nur dann anbietet, wenn sie nachweislich aus einer ökologisch und sozial akzeptablen Forstwirtschaft stammen. Bislang liefert allein das Zertifikat des Forest Stewardship Council (FSC) einen solchen glaubwürdigen und von Umweltorganisationen anerkannten Nachweis.

Bei den Baumarten, die mit Meranti bezeichnet werden, handelt es sich um Baumriesen der südostasiatischen Regenwälder, die bis zu 70 Meter hoch werden. Viele Meranti-Arten sind laut World Conservation Union vom Aussterben bedroht. In Südostasien ist zerstörerische Waldnutzung die Regel. Der Holzeinschlag erfolgt überwiegend illegal und gegen den Willen der lokalen Bevölkerung. Aldi hat nach Angaben von Robin Wood telefonisch erklärt, das Meranti stamme aus Indonesien. Dort sei die Waldvernichtung am schlimmsten, staatliche Kontrolle existiere nicht, so Robin Wood.

“Die meisten Aldi-Kunden wollen bestimmt nicht mit schuld sein am Raubbau in den Regenwäldern. Um das sicher auszuschließen, bleibt ihnen wegen der Geheimniskrämerei von Aldi aber nur eine Möglichkeit: Die Möbel ins Geschäft zurückzubringen”, sagt Robin Wood-Tropenwaldreferent Jens Wieting. “Aldi darf mit seiner Politik des Schweigens und Mauerns nicht durchkommen.” Die Tropenholzmöbel sind nicht der erste Fall restriktiver Informationspolitik von Aldi. Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche verlieh dem Konzern im vergangenen Jahr den Anti-Preis “Verschlossene Auster”, weil er grundsätzlich JournalistInnen von Informationen abschotte und bei kritischer Berichterstattung sofort mit juristischen Schritten gegen die Autoren drohe.

Das Verhalten von Aldi macht nach Ansicht von Robin Wood eine gesetzliche Lücke offensichtlich. In Deutschland fehlten Regelungen, welche die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz oder von Holz aus Urwaldzerstörung unterbinden. Außerdem mangele es an Kennzeichnungspflichten für die Branche, die gewährleisten, dass Verbraucher auf einen Blick erkennen können, wo und wie das Holz gewonnen wurde.

Quelle

© 2011, Sabine. All rights reserved.

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